Ideen für die Neuen Goldenen Zwanziger

Wie wir gemeinsam eine neue Welt gestalten könnten

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Je nach Zählweise beginnen nun die Zwanziger Jahre des 21. Jahrhunderts, oder wir haben schon das Jahr Null hinter uns. Egal!

Hier einige Ideen, was wir gemeinsam aus diesem Jahrzehnt machen könnten:

Da wir es inzwischen gewohnt sind, können wir den Lockdown gerne noch um weitere zwei oder auch drei Jahre verlängern. Nicht nur wegen des Corona-Virus’, sondern vor allem, dass wir uns alle vom Stress von über 30 Jahren Neoliberalismus erholen. 

So viel Terror, so viele Kriege, Armut und Hunger, so viel Arbeit und so viele Ängste, Sorgen und Nöte. 

Dann hätten wir alle:

Reformideen für das neue Jahrzehnt

2020 durften wir alle Zeugen sein, was alles möglich sein kann, wenn man nur will:

Darüber könnte man nun klagen und gar erschrocken sein. Oder aber, wir schöpfen daraus Hoffnung und freuen uns darauf, die wirklich wichtigen Dinge genauso wirksam angehen zu können.

Ich wünschte mir allerdings, dass die Umkehr auch ohne Lockdown und sonstige Zwangsmaßnahmen möglich sein wird, sondern aus Vernunft, Überzeugung und Übereinkunft.

Hier einige Ideen, die man schon jetzt und auch im vor uns liegenden Jahrzehnt angehen oder wenigstens darüber nachdenken könnte:

1. Bedingungsloses Grundeinkommen und Geldreform

Wer sich mit diesem Thema schon näher befasst hat, weiß, dass das eine gute Sache ist. Und für einen längeren Lockdown (oder Besinnungsphase) unabdingbar. Und es wäre ohne Probleme finanzierbar! Allerdings nur unter einigen Voraussetzungen:

 

Ein globaler Schuldenschnitt

Nur dadurch ist eine gerechte Kapitalumverteilung von oben nach unten möglich. Das hat inzwischen auch das WEF unter Klaus Schwab erkannt. Ich hoffe, sein Buch “Corona – Der große Umbruch” war nicht nur ein PR-Gag, sondern ernst gemeint.

Ein globaler Schuldenschnitt würde auch endlich die sog. Dritte Welt in die Freiheit entlassen – nach über 600 Jahren Sklaverei und Ausbeutung. 

Die Umverteilung des Kapitals von oben nach unten führt dazu, dass alle Menschen etwas vom Überfluss haben und sich gesund und ausreichend ernähren können. Denn es gibt keinen Mangel auf der Erde. Mangel ist ein gewollter Zustand des neoliberalistischen Systems und im Grunde nur eine Illusion.

 

Staatliche Geldschöpfung

Den Zentralbanken muss das Recht der Geldschöpfung wieder entzogen und den Staaten zurückgegeben werden. Dann basiert Geld nicht mehr auf Schulden, sondern auf dem Vertrauen einer Gemeinschaft in ein gemeinsames Tauschmittel. Mit heutigen digitalen Währungstechnologien könnte eine neue staatliche Gemeinschaftswährung sogar relativ demokratisch gestaltet werden, inklusive der Möglichkeit, manche Dinge anonym bezahlen zu können, wie mit Bargeld. Keine Angst vor Kryptos!

 

Zentral ist out, dezentral ist in. Dezentrale Netzwerke sind heute technologische Realität. Durch diese neuen Blockchain- und Ledger-Technologien sind Gatekeeper-Unternehmen wie Google, Facebook & Co. (für die Datenhaltung) und Zahlungsdienstleister wie Paypal, Mastercard, Visa etc. und auch Groß- und gar Zentralbanken nicht mehr nötig. Komplexes Thema, aber eine eingehendere Betrachtung lohnt sich!

2. Verstaatlichung und Vergesellschaftung der Grundversorgung

Wasser- und Energieversorgung darf niemals in privaten Händen liegen. Die Grundversorgung muss allen gehören, also dem Staat oder möglichst dezentral und gemeinschaftlich aufgestellten Unternehmen wie Genossenschaften o.ä..

Ähnlich verhält es sich mit Wohnraum. Der darf nicht Spekulationsobjekt sein. Prinzipiell hätte unser Staat laut Grundgesetz das Recht (§14, 3), z.B. Immobilien, die im spekulativen Besitz von internationalen Konzernen sind, zu enteignen und somit wieder zu verstaatlichen, was sie zum größten Teil ursprünglich ohnehin waren. Vielleicht würden wir aber besser fahren, Wohnraum nicht zu verstaatlichen, sondern zu vergesellschaften. Neue Wohngenossenschaften oder auch das Mietshäuser Syndikat sind hier interessante Ansätze.

Es wäre schön, wenn in Zukunft Menschen nur noch besitzen dürften, was sie selbst herstellen können. Die Erde gehört ihrer Natur nach nicht dazu.

3. Reform unseres demokratischen Systems

Uns wurde immer wieder erzählt, dass diese repräsentative Parteiendemokratie, die wir in Deutschland haben, das beste sei, was es gibt. Nur leider ist das nicht wahr. Wer Rainer Mausfeld gelesen hat, weiß, dass unsere Demokratie nicht dem Wohle des Volkes dient und nie dienen sollte. Sondern einzig und allein der Wahrung der Besitzstände der Eliten und der Wahrung des Scheins einer Demokratie. 

Hier einige Ideen für eine wahrere Demokratie:

Abschaffung des Berufspolitikertums durch Begrenzung der Wählbarkeit auf zwei Legislaturperioden. Somit wäre die tägliche politische Arbeit frei von Gedanken an eine Wiederwahl.

Aufhebung des Fraktionszwangs. Politiker sollten in erster Linie ihrem Gewissen und dem Willen ihrer Wähler*innen verpflichtet sein und nicht dem Willen ihrer Parteiführung.

Abschaffung der Fünf-Prozent-Hürde. Dies führt automatisch zu einer größeren parlamentarischen Vielfalt und nimmt auch die Wünsche all jener Wähler*innen ernst, die sich von den arrivierten Parteien nicht vertreten fühlen. Die Weimarer Republik ist vermutlich nicht am Nichtvorhandensein der Fünf-Prozent-Klausel gescheitert, sondern eher daran, dass damals mit Demokratie niemand etwas anfangen konnte, da niemand das beigebracht bekam. Und als dann der Adolf kam und behauptete, dass er das schon für alle schaukeln wird, waren die meisten erleichtert und lehnten sich entspannt zurück …

Mehr Direkte-Demokratie-Elemente. In unserem digitalen Zeitalter gibt es dafür neue Möglichkeiten, die uns bis vor kurzem noch nicht zur Verfügung standen. Damit jedoch nicht Populisten die Oberhand gewinnen, also jene, die am lautesten schreien können, braucht es unbedingt eine Reform unseres Bildungssystems.

4. Reform unseres Bildungssystems

Alle wissen, dass unser Bildungssystem noch aus preussischer Zeit stammt und eigentlich nichts taugt. Vor allem die Lehrer*innen wissen das und haben durch viel zu volle Lehrpläne keine Zeit, daran etwas zu ändern und ihre vorhandenen Ideen umzusetzen. Und warum dürfen eigentlich jene, die diese Lehrpläne hauptsächlich betreffen, nämlich die Schüler*innen, nicht bei der Erstellung dieser Pläne mitreden? Sie würden dann sicherlich anders aussehen. Weniger Auswendiglernen, mehr Kennenlernen. Weniger Stoff, mehr Fertigkeit.

Eine Aufhebung der Schulpflicht wäre vielleicht auch von großer Hilfe. Es gibt viele Kinder, die ihre besonderen Talente außerschulisch besser zur Entfaltung bringen könnten.

Schule ja, aber anders und nicht grundsätzlich für alle, auch Alternativen sollten „erlaubt“ sein.

5. Gesundheitsreform

Wenn in einem Aquarium ein Fisch krank ist, dann nimmt man den nicht heraus und isoliert ihn und lässt sonst alles beim Alten. Man reinigt das Aquarium und tauscht das alte schmutzige gegen frisches und sauberes Wasser. Man bekämpft nicht das Symptom, den kranken Fisch, sondern die Ursache.

Anstatt also ständig gegen Krankheiten zu kämpfen, fördern wir zukünftig die Gesundheit. Wir sorgen für sauberes Wasser, für saubere Luft und für gute Ernährungsgrundlagen. Wir richten unseren Blick nicht mehr auf den Tod und darauf, ihn zu verhindern (was uns ohnehin nicht gelingt), sondern darauf, dass kranke und alte Menschen gut leben und sterben dürfen – nicht intubiert und isoliert, sondern im Kreise ihrer Lieben in einem liebevollen Umfeld. 

Man stelle sich vor, ein Bill Gates würde seine Milliarden statt in die Durchimpfung der Weltbevölkerung in sauberes Wasser für alle stecken. Und zusätzlich in Projekte für eine bessere Hygiene und gesündere Ernährung.

In den letzten drei neoliberalistisch geprägten Jahrzehnten wurden unsere Krankenhäuser erst privatisiert und dann rationalisiert. Dass die Krankenhäuser während diverser Grippesaisons an den Rand ihrer Belastungsgrenze gelangen, oder darüber hinaus, liegt nicht nur an den bösen Viren, sondern am Kaputtsparen. Es muss künftig am Krankenbett wieder der Mensch im Mittelpunkt stehen, und nicht irgendwelche Renditeerwartungen. Warum nicht Krankenhäuser in Genossenschaften umwandeln, und alle im Stadtviertel oder im Landkreis können sich dann daran beteiligen.

6. UNO-Gewaltverbot ernst nehmen

Alle Mitglieder unterlassen in ihren internationalen Beziehungen jede gegen die territoriale Unversehrtheit oder die politische Unabhängigkeit eines Staates gerichtete oder sonst mit den Zielen der Vereinten Nationen unvereinbare Androhung oder Anwendung von Gewalt.

Charta der Vereinten Nationen und Statut des Internationalen Gerichtshofs, Kapitel 1, Artikel 2 Absatz 4: Regionales Informationszentrum der Vereinten Nationen für Westeuropa

Wenn sich alle Staaten wirklich daran hielten, gäbe es keine Kriege mehr. Damit einhergehend wäre eine totale globale Abrüstung prima. Frei werdende Ressourcen nutzen wir für die Weltgemeinschaft. Schwerter zu Pflugscharen sozusagen.

7. Mehr Spiritualität wagen

Mehr Spiritualität im Leben, in der Wirtschaft und auch in der Wissenschaft. 

Uff. Spiritualität. Geh fort! 

Warum eigentlich?

Einstein sagte einmal: „Wissenschaft ohne Religion ist lahm, Religion ohne Wissenschaft blind.” 

Damit will ich nicht sagen, dass wir wieder mehr in die Kirche gehen sollten. Religionen dienten fast immer nur dem Ego einiger machtbesessener Menschen. Spiritualität hat mit Religion nicht viel gemein. 

Sie ist nach meiner Erfahrung aber sehr hilfreich, Ego-Denken zu entlarven, Ängste aufzulösen, und zu erkennen, dass der Wahnsinn der Welt in Wahrheit keinerlei Einfluss auf unser wahres Selbst hat. Eine gute Grundlage also, angstfrei und voller Vertrauen eine neue Welt zu gestalten. Angst ist kein guter Ratgeber. Vertrauen, Zuversicht und Liebe aber sehr wohl.

Machbarland – eine Ideenplattform für eine neue Welt

Alle diese Reformideen (und noch viele mehr) wollen mit Leben gefüllt werden. Sprich mit konkreten Konzepten und Umsetzungen. Machbarland.de will dafür als eine digitale Plattform dienen: zur Information, Inspiration und Vernetzung. 

Wir alle stehen in den kommenden Jahren und Jahrzehnten vor großen Aufgaben. Das postfossile Zeitalter beginnt jetzt. Stellen wir uns gemeinsam dem Klimawandel und dem Artensterben und sorgen wir dafür, dass die Welt insgesamt friedlicher und für alle gerechter und lebenswerter ist.

Wenn wir alle unseren, wenn auch noch so kleinen Beitrag leisten, dann können wir wirklich sagen: #wirschaffendas – in echt.

Denn: Gemeinsam sind wir schlauer.

Schickt uns eure Ideen, Links und Texte, werdet selbst aktiv und erzählt allen davon.

Wir freuen uns auf euch und auf die Neuen Goldenen Zwanziger!

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